Respektvolle Begegnung – selbstbestimmtes Leben

„Hat der Mensch mit Behinderung Glück gehabt oder Pech, wenn er uns begegnet?“

„Respektvolle Begegnung verlangt eine klare, von allen vertretene Grundeinstellung. Haben wir die gleiche Wellenlänge? Steht der Mensch mit Behinderung tatsächlich im Mittelpunkt? Mit unserer Grundhaltung zeigen wir Grundeinstellung. Und kritische Selbstreflexion ist der wichtigste Haltungsaspekt. Bei sich selbst stillstehen ist eine notwendige Bedingung, um Spielraum für einen anderen zu schaffen.“ (Erik Bosch)

Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer organisationsweiten Fortbildung mit dem Referenten Erik Bosch aus den Niederlanden. Herr Bosch hat sich bundesweit zu Recht einen Namen gemacht. Er tritt mit seiner ganzen Überzeugung, Fachlichkeit und Leidenschaft für Menschen mit Behinderung ein.

Zwei Tage haben alle Leiter/innen der Einrichtungen und Dienste, alle stellvertretenden Leitungen und alle Gruppenleitungen gemeinsam mit Erik Bosch am Thema respektvolle Begegnung dem Menschen mit Behinderung gegenüber gearbeitet. Es ging dabei um Leitbild, um Haltung und vor allem um kritische Selbstreflexion in unserem Kontakt, unserer Begegnung mit den Menschen, für die wir in unseren Einrichtungen und Diensten verantwortlich sind. Auch die Begegnung zwischen Kolleg/innen, zwischen Vorgesetzten und Kolleg/innen zu beleuchten gehörte dazu.

Die sechs Hüte des Mediziners und Kognitionswissenschaftlers Edward de Bono standen dabei im Mittelpunkt. Es handelt sich dabei um ein Werkzeug für Gruppendiskussionen und individuelles Denken. Es beinhaltet sechs verschiedenfarbige "Hüte". Durch ein mit dieser Methode verknüpftes paralleles Denken, sollen Denkprozesse insbesondere in Gruppen effizienter machen. Klingt zunächst ein bisschen kompliziert, wurde aber von Herrn Bosch mit ganz viel Einfühlungsvermögen und Humor an uns herangetragen.

Die Fortbildung war, so wurde es am Ende von allen zurückgemeldet, eine große Bereicherung. Die intensive Auseinandersetzung mit unserem eigenen Verhalten und mit unseren Einstellungen, die wir Menschen mit Behinderung gegenüber zeigen, hat uns alle berührt und nachdenklich gestimmt. Es ist an dieser Stelle wieder deutlich geworden, dass wir uns immer wieder neu hinterfragen müssen.

Vielen Dank Erik Bosch für diese zwei anregenden und intensiven Tage!!

Renate Willuhn

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