Unsere Reise nach Afrika

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Keiner wusste genau, woher die Idee kam, aber auf einmal hieß bei den Drillingen Felix, Fabian und Nikolas: Kommt, wir fahren in Urlaub nach Afrika!

Und schon war die Diskussion in vollem Gang, sprudelten die Ideen, was es in Afrika alles zu erleben gibt und welche Hindernisse es auf dem Weg dahin zu überbrücken gilt.

So, oder so ähnlich, lief dann die Reiseplanung:

Felix: „Also in Afrika werden wir uns die Tiere anschauen.“

Nikolas: „Mit auf die Reise gehen die Drehstühle aus dem Kindergarten.“

Felix: „ Und Sonnencreme müssen wir auch mitnehmen.“

Nikolas: „Aber ohne Teddy geh ich nicht!“

Felix: „Der Zepap (Schmusetuch mit gelben Ohren, Anm. der Redaktion) und der Gockel müssen auch mit. Fahren wir mit dem Auto?“

Nikolas: „Nein, wir müssen fliegen, wir müssen doch über das Meer. Und das Flugzeug muss Englisch sein, weil die Leute dort Englisch reden.“

Felix: „Die Bäume sind groß, die haben ja immer Sonne und wir haben dann da auch immer Sommer. Und auf dem Boden liegt Sand.“

Nikolas: „Wir könnten dort übernachten oder immer dort wohnen.“

Felix: „In Afrika gibt es Giraffen, Löwen und Schweine.“

Um ihren Reiseplanungen noch mehr Gestalt zu geben, malten die Kinder schließlich ein Bild, mit ihrer Vorstellung von Afrika. Sie baten ihre Erzieherin Heike, auf das Bild noch drei Hütten zu malen, jedes mit dem Namen ihrer jeweiligen Kindergartengruppe versehen.

Als das Gemeinschaftswerk dann beendet war, kamen erste Zweifel, ob man denn wirklich, „in echt“, nach Afrika fahren kann.

Tja, und weil diese Zweifel, zumindest für den Moment, durchaus berechtigt waren, hatte Heike aus der Bärenbande eine tolle Idee: Lasst uns doch in Gedanken nach Afrika reisen! Lasst uns eine Traumreise nach Afrika machen…

Die Kinder waren sofort Feuer und Flamme, und das Tolle war: auf diese Reise konnte man sogar noch seine Freunde mitnehmen.

Heike bereitete dann alles für die Traumreise vor, mit der Vorgabe der Kinder: „ Dann musst du alles aufbauen, wie es in Afrika ist!“ Gesagt, getan, und so machten sich die Kinder dann auf die Reise: Und tatsächlich trafen sie Krokodile und Nashörner, Giraffen und Affen, lauschten dem Klang der Bongos, spürten die heiße Wüstensonne, sprich: waren Kraft ihrer Gedanken auf einmal auf einem ganz anderen Kontinent.

Und was lernen wir aus dieser kleinen Geschichte: Die Grenzen befinden sich oft nur in unseren Köpfen. Lassen wir unserer Phantasie einmal freien Lauf, werfen wir für einen Moment alle Sorgen und Kümmernisse über Bord, begeben wir uns Kraft unserer Vorstellung in ein anderes Land…und wir werden hinterher merken: wir fühlen uns ein klein wenig anders als vor der Reise…

Heike Ebert und Christine Groß

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