Ist das Kunst oder kann das weg?

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Ein erlebnisreicher Elternabend liegt hinter uns, an dem wir versucht haben, diese Frage mit den Eltern zu klären.

Ist das Kunst, was die Kinder aus den Ateliers des Kindergartens mitbringen?

Muss ich das alles aufheben, auch wenn es unsere räumlichen Möglichkeiten sprengt?

Und bitte: Was hat das mit Bildung und Lernen zu tun?

Nach der Devise: „Erlebnis geht vor Ergebnis“ durften die Eltern für einen Abend in die Rolle ihrer Kinder schlüpfen. Eine Elterngruppe durfte nach dem Konzept der klassischen Förderung  „nach Vorlagen basteln“ einen Vogel herstellen. Die zweite Gruppe der Eltern durfte nach dem Konzept der „Kreativitätsförderung“  im Atelier, ohne Vorgaben und Anleitung, mit frei ausgesuchten Materialien, die Phantasie spielen lassen bei der Herstellung ihres bunten Vogels.

In der anschließenden Diskussionsrunde, beim Bestaunen der so zustande gekommenen kleinen Kunstausstellung ,  gab es so manches „Aha!“

Beim Erfahrungsaustausch wurde schnell und eindrücklich klar, was den Unterschied von beiden Ansätzen ausmacht, und dass kreatives Schaffen stolz und glücklich machen kann.

Selbständig Materialerfahrungen zu machen, eigene Wege auszuprobieren, Lösungen für auftretende Probleme alleine zu finden und einen individuellen Erfolg damit zu erzielen – das bringt Selbsterfahrung und Selbstvertrauen.

Die Bewunderung für die jeweils einzigartige Kreation macht selbstbewusst und stark und ermutigt dazu, sich mehr zuzutrauen…

Etwas im Kreis mit anderen zu tun, was angeleitet wird und das zu einem ausgemachten Ziel führt, bietet gezielte Übungsmöglichkeiten in einem sicheren Rahmen.

Ja, das sind ganz unterschiedliche Dinge – und ja, das was von den Kindern frei entwickelt wird ist Kunst!

(und ja, es kann weg, wenn es vorher gewürdigt und mit Einverständnis des Künstlers fotografiert und dokumentiert wurde.)

Es hat uns allen viel Spaß gemacht, uns diesmal mit den Eltern auf diesen Weg zu begeben und wir danken allen Eltern noch einmal herzlich für ihre Bereitschaft, sich auf unser Experiment einzulassen.

Petra Wahl

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