Jetzt gönn` ich mir was!

Eine Anerkennung für erfahrenes Unrecht!

“Eine Kreuzfahrt will ich davon machen, aber Andreas soll dabei sein!“ dies war die erste Reaktion auf den Brief der Stiftung Anerkennung und Hilfe.

Frau S. hat gemeinsam mit mir einen Antrag bei genannter Stiftung gestellt. Frau. S. berichtete immer wieder von ihrer Zeit in einer Einrichtung der Eingliederungshilfe und den gemachten Erfahrungen. Aus heutiger Sicht für uns unvorstellbar erzählte Frau S. beispielsweise darüber, dass Sie zum Essen gezwungen wurde. „Ich musste aufessen, wurde geschlagen, einmal wurde mir ein Ohrring rausgerissen - der war von meiner Mama.“

Der Deutsche Bundestag hat die Bundesregierung aufgefordert, in Abstimmung mit den Bundesländern ein Hilfesystem zu errichten für Menschen, die als Kinder und Jugendliche in der Zeit vom 23. Mai 1949 bis zum 31. Dezember 1975 in der Bundesrepublik Deutschland bzw. vom 7. Oktober 1949 bis zum 2. Oktober 1990 in der DDR in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder in stationären psychiatrischen Einrichtungen Leid und Unrecht erfahren haben. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat gemeinsam mit Ländern und Kirchen einen Lösungsweg erarbeitet, um das Leid der Betroffenen anzuerkennen und das erlebte Unrecht aufzuarbeiten. Das errichtete Hilfesystem ist die Stiftung Anerkennung und Hilfe.

Die Antragstellung ist verständlich und unkompliziert. Ein stattfindendes persönliches Beratungsgespräch ist zugewandt der Situation entsprechend gestaltet. Befürchtungen, Erinnerungen und Erfahrungen würden aufkeimen, konnten so aufgefangen werden.

ÖFFENTLICHE ANERKENNUNG

Die Stiftung thematisiert die Geschehnisse in betroffenen Einrichtungen öffentlich und macht somit in der Gesellschaft darauf aufmerksam. Bund, Länder und Kirchen erkennen auf diese Weise die Missstände und Versäumnisse der Vergangenheit an und kommunizieren sie umfänglich.

INDIVIDUELLE ANERKENNUNG UND FINANZIELLE HILFE

Qualifizierte Beraterinnen und Berater in den Anlauf- und Beratungsstellen unterstützen die Betroffenen in persönlichen Gesprächen bei der Aufarbeitung der Erlebnisse.

Sind die Voraussetzungen für die Anmeldung erfüllt und nachgewiesen bzw. glaubhaft gemacht, erhalten die Betroffenen eine einmalige Geldpauschale. Diese soll die Folgewirkungen des Erlebten abmildern und damit einen Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation leisten.

(Quelle: http://www.stiftung-anerkennung-und-hilfe.de/DE/Infos-fuer-Betroffene/Wie-unterstuetzt-die-Stiftung/wie-unterstuetzt-die-stiftung.html)

Anlaufstelle in Rheinland-Pfalz ist: Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung, Regionale Anlauf- und Beratungsstelle der Stiftung Anerkennung und Hilfe; Rheinallee 97-101, 55118 Mainz;

Michael Hinz-Wilmes

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