„…und du schläfst dann die ganze Nacht?“

Vorstellung des Nachtdienstes des Kurt-Hahn-Haus in Maxdorf

Nun, diesen Satz hat bestimmt schon mal jeder gehört, der im Nachtdienst arbeitet und es mal wieder darum geht Freunden, Bekannten oder Verwandten zu erklären, was man denn da so macht. Natürlich, oder bzw. „leider“, entspricht dies wohl in den seltensten Fällen der Wahrheit, bestimmt nicht im Kurt-Hahn-Haus. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen werde ich in den folgenden Zeilen den Ablauf und die Aufgaben des Nachtdienstes etwas erläutern.

Bei Dienstbeginn erhalten wir eine detaillierte mündliche Übergabe aller Bewohner durch die jeweiligen Mitarbeiter des Tagdienstes. Hier erfahren wir unter anderem wie es den Bewohnern geht, welche Vorfälle es über Tag gegeben hat, ob es Besonderheiten zu beobachten gilt, ob etwa Arztbesuche stattgefunden haben oder Medikamentenänderungen durchgeführt wurden.

Der Nachtdienst im Kurt-Hahn Haus wird zurzeit von drei Mitarbeitern abgedeckt und überbrückt die Zeit zwischen Spät- und Frühdienst, also von 21 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. In dieser Zeit ist immer nur ein Mitarbeiter des Nachtwachen-Teams im Dienst. Dieser wird bis 22:30 durch einen Mitarbeiter aus dem Tagdienst unterstützt, der in dieser Nacht Bereitschaftsdienst hat. Dieser Mitarbeiter hat an dem jeweiligen Tag seinen Tagdienst etwas später begonnen und leistet nach 21 Uhr den Bewohnern Gesellschaft, die zu dieser Uhrzeit noch nicht ins Bett möchten. Erst wenn dann nach und nach alle Bewohner ins Bett gebracht wurden, kann auch er sich hinlegen und wird nur im Notfall durch die Nachtwache geweckt. Dies ist der Fall, wenn beispielsweise ein Bewohner ins Krankenhaus muss, denn dem Nachtdienst ist es nicht gestattet während des Dienstes das Wohnheim zu verlassen.

Der gewiss größte Teil unserer Arbeit stellt sicherlich die Gewährleistung einer ausreichenden Nachtruhe für alle Bewohner dar. Hier gilt es nun die Besuche in den Zimmern der Bewohner einerseits auf ein Minimum zu reduzieren, gleichzeitig aber auch sicherzustellen, dass es den Bewohnern gut geht, notwendige pflegerische Maßnahmen und Lagerungen durchgeführt werden, Sondenernährung oder Sauerstoffversorgung überwacht sowie Diabetiker kontrolliert und eingestellt werden. Ein großer Vorteil bei diesem Balanceakt ist die jahrelange Erfahrung, auf die wir zurückgreifen können, um genau diese Dinge zu optimieren. Denn viel Zeit bleibt nicht bei insgesamt 40 Bewohnern, die alle das Recht auf eine angenehme Nacht haben.

Ist die Nacht nun hoffentlich ruhig verlaufen, alle Vorkommnisse und Besonderheiten dokumentiert und konnte auch die Nachtbereitschaft durchschlafen (und musste sich nicht die halbe Nacht in einer Notaufnahme irgendeines Krankenhauses um die Ohren schlagen), gibt es zum Abschluss noch eine Übergabe unsererseits an die Mitarbeiter des Tagdienstes. Und damit wäre unser Job fürs Erste erledigt bis es am Abend wieder weitergeht.

Also, für Schlaf ist im Nachtdienst wirklich keine Zeit…

Gute Nacht

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