Gedenkhügel im Kurt-Hahn-Haus

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Seit dem Erstbezug des Kurt-Hahn-Hauses mussten wir leider schon mehrmals von einigen Bewohnern für immer Abschied nehmen. Um unserer Trauer Ausdruck zu verleihen und Bewohnern, Angehörigen sowie Mitarbeitern die Möglichkeit eines Gedenkens zu schaffen, entschieden wir uns, einen Hügel in unserem Garten anzulegen. Diesen gestalteten wir gemeinsam mit unseren Betreuten. Ob man nun einen geliebten Menschen im familiären Umfeld oder im Freundeskreis verliert - immer bleiben Trauer, Schmerz und oft eine Lücke in unserem Herzen. Die Idee, den Verstorbenen noch einmal nahe sein zu können und etwas für sie zu tun, bestärkte uns alle in unserem Entschluss.

Dabei begleitete uns stets das Thema Trauerarbeit und der persönliche Umgang mit dem Verlust. So wurden die einzelnen Stelen im Rahmen der Ergotherapie gestaltet. Hier soll auch zukünftig für jeden Verstorbenen eine eigene Stele in jeweils unterschiedlichster Farbgebung aus Ton individuell angefertigt werden.

Ein weiterer Schritt war das Sammeln von Naturmaterialien, wie große Gehölze, Rindenstücke und Sandsteine, die das Bild der Vergänglichkeit auf dem Hügel abrunden sollten. Dazu unternahmen Kollegen und Bewohner diverse Spaziergänge in der Umgebung.

Nun musste man sich in diesem Gemeinschaftswerk noch auf das Konzept des Hügels einigen und dieses stand nach kurzer Rücksprache mit der Hausleitung schnell fest: kontrolliert verwildern lassen! Der Kreislauf der Natur sollte als Symbol für die Vergänglichkeit stehen. Also entschieden wir uns für eine ganzjährige Bepflanzung. Wir nutzten hierfür die bereits angelegten Sträucher und Stauden und umgaben sie mit weiteren Pflanzungen wie Iris, Astern und Flockenblumen. Im Zentrum fand eine Ulme ihren neuen Standort.

Nach mehreren Stunden Einsatz waren alle Beteiligten stolz auf ihre geleistete Arbeit. Den großen und kleinen Spuren, welche die Verstorbenen in unseren Köpfen und Herzen hinterlassen haben, können wir jetzt auch dank einer neuen Bank gedenken, die zum Verweilen und Nachdenken, aber auch zum Gedankenaustausch an unserem sehr persönlichen Gedenkhügel einlädt.

Bianca Kofink

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